Einige Konferenzen und Tagungen in 2015/2016

Wir haben mal ein paar Tagungen und Konferenzen zusammengestellt, die in den kommenden Monaten kommen und sicherlich für die eine oder den anderen interessant sein könnten (inkl. Links). Viel Spaß beim Stöbern und Teilnehmen!

Liste wurde soeben aktualisiert, gerne weitere Hinweise auf Tagungen in die Kommentarspalte. Wir freuen uns über Anregungen, noch mehr durch die Lande zu reisen.

Gauchet: Die totalitäre Erfahrung und das Denken des Politischen

Marchel Gauchets Ausgangspunkt in „Die totalitäre Erfahrung und das Denken des Politischen“ ([1976] 1990), ist die Frage nach der Natur des Politischen und zwar nach den Erfahrungen der totalitären Regime Stalins, Hitlers und Maos. Die Grundlage für seine Analyse, bildet dabei das Nachdenken über die Teilung der Gesellschaft, die er, an dieser Stelle im Einverständnis zu Marx, als Notwendigkeit für die Gesellschaft ansieht (Gauchet 1990: 209).

Gauchet nähert sich dem Wesen des Politischen in acht Schritten, die hier zusammenfassend dargestellt werden:

(1) Im Anschluss an das soeben bekundete Einverständnis zu Marx, das die Gesellschaft nur von ihrer Teilung aus zu denken ist, übt Gauchet allerdings Kritik an Marx Idee des Kommunismus. Was Gauchet hierbei zu bedenken aufgibt, ist der Umstand, dass die Idee der konfliktlosen Gesellschaft die ontologischen Merkmale der Gesellschaft verkenne. Dieser Gauchet: Die totalitäre Erfahrung und das Denken des Politischen weiterlesen

Foucault 13/13 an der Columbia

Für alle Theoriefreund*innen und Foucault-Fans: An der Columbia läuft dieses Semester ein Seminar mit dem Titel Foucault 13/13. Das Konzept des Seminars ist, in jeder Sitzung eine der mittlerweile 13 veröffentlichten Vorlesungen Foucaults am Collège de France zu lesen und zu diskutieren. Alle Sitzungen werden per Livestream übertragen und sind auch als Aufzeichnung abrufbar. Außerdem gibt es zu den Sitzungen vor- und nachbereitende Blogbeiträge.

In der ersten Sitzung waren zu Gast: Etienne Balibar und Francois Ewald. Die Zweite Sitzung findet heute statt, zu Gast sind Didier Fassin, Nadia Urbinati und Axel Honneth. Reinschauen lohnt sich: http://blogs.law.columbia.edu/foucault1313/

Empört euch nicht!

Pure Vernunft darf niemals siegen.

Was bleibt einem anderes übrig, als angesichts der politischen Gegenwart zu schreien: Was für ein Unsinn! Das wahnsinnige Treiben an den Finanzmärkten und das strikte Spardogma in der Europäischen Union erscheint vielen, die es wirklich besser wissen, zu Recht als völlig unvernünftig. Und es scheint das – egal was wir tun und sagen – folgendes passiert: Die Spekulation geht weiter, das Sparen auch. Und das, obwohl eigentlich alle wissen, dass volkswirtschaftlich gesehen in einer Rezession nichts unsinniger ist als Austerität; und obwohl sich die meisten Menschen einig sind, dass das Volumen der gehandelten Wertpapiere irre und die Wetten auf den Hunger in der Welt und die Angst der Leute widerlich ist. Angesichts dieser Entwicklungen reicht der Politik eine kurze, vielleicht sogar gut gemeinte Kritik der irrationalen Verhältnisse: Die Auswüchse des Finanzmarktes, die Entgleisungen von Einzelnen, die Maßlosigkeit einer Berufsgruppe – und schon sind ein, zwei Programme bei der Hand, um das ganze wieder hinzubiegen und die Unvernunft zum Schweigen zu bringen.

Wir haben uns daran gewöhnt, diese ‚Auswüchse‘ unserer Wirtschaftsordnung dem Finanzmarkt und der Deregulierung Empört euch nicht! weiterlesen

Digitalisierung der Arbeit: Eine weitere Leseliste

Neben der Asyl- und Flüchtlingsthematik gibt es aus meiner Sicht ein zweites drängendes Problem unserer Zeit, das es wert ist, mit einer Leseliste angeschnitten zu werden: Die Digitalisierung der Arbeit und des Lebens. Wie Pilze aus dem Boden schießen Positionspapiere, Grünbücher u. Ä. aus Fachdiskursen an die Öffentlichkeit, um die Potenziale der Industrie 4.0, des Internets der Dinge oder des Smart Home zu erklären. Die sozialwissenschaftliche Beschäftigung damit beginnt erst allmählich, aber auch kritische Wissenschaftler, Gewerkschafter und Journalisten beginnen die Frage nach den (positiven oder negativen?) Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit zu stellen.

Dies ist meiner Meinung für eine Kritische Sozialwissenschaft dringend notwendig, denn Arbeit bzw. Lohnarbeit ist trotz aller Wandlungen, die sie in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat, immer noch der zentrale gesellschaftliche Prozess, der uns in Ketten legt, der unseren Lebensrhythmus bestimmt, uns krank, aber zum Teil auch Freude macht. Ohne Lohnarbeit gibt es keinen Kapitalismus – wer den Kapitalismus überwinden will, muss sich folglich mit dem Produktionsprozess, also auch der Organisation der Arbeit beschäftigen. Welchen emanzipatorischen Einfluss dabei unter welchen Bedingungen die Digitalisierung spielen kann, kann der geneigte Leser u. a. in folgenden Büchern lesen (Ergänzungen in Kommentaren gerne erwünscht):

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