Anstoß zum Claude Lefort Lesekreis

Nachdem er kürzlich schon angekündigt wurde, beginnt der nächste Lesekreis der AG Politische Theorie zu Claude Lefort bereits nächste Woche. Inhaltlich werden wir uns mit einigen Veröffentlichungen Leforts sowie seines Schülers Marcel Gauchet, vor allem aus dem Sammelband „Autonome Gesellschaft und libertäre Demokratie“, 1990 herausgegeben von Ulrich Rödel, beschäftigen. Wir erhoffen uns, damit einen umfangreichen Einblick in das Werk des französisichen Philosophen zu erlangen.

Die Beiträge zu den jeweiligen Texten werden im Zeitraum vom 22. Juni bis zum 8. November 2015 im Drei-Wochen-Rhythmus auf dem Blog der AG Politische Theorie erscheinen. Auf die Veröffentlichung der Beiträge folgt mindestens ein umfangreicher Kommentar, um die Diskussion zu eröffnen. Über die Teilnehmer_innen des Lesekreises hinaus sind alle Interessierten zur Teilnahme an der Diskussion eingeladen!

Eine Übersicht zu den Beiträgen findet ihr nach dem Klick
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Neuer AG-Lesekreis zu Claude Lefort

Nach der 4. DNGPS-Tagung sortiert sich die AG wieder und in den letzten Wochen gab es daher erste Überlegungen, welche Projekte anstehen. Der nächste inhaltliche Schritt ist ein neuer Lesekreis. Dazu haben wir entschieden , dass der Lesekreis zum französischen Philosophen Claude Lefort stattfinden wird. Wir bereiten dies in den nächsten Wochen vor und freuen uns auf eine spannende Lektüre. Denn wie Lefort in Die Frage der Demokratie selber sagt: „Mein Anliegen ist die Wiederherstellung der politischen Philosophie; dazu möchte ich beitragen und anregen.“ Wir dürfen also gespannt sein!

Mehr Informationen findet ihr dann bald hier und wer teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden!

Offene Textrunde (VI) – Niccolò Machiavelli „Discorsi“

Frohes Neues. Diejenigen unter Euch, die dieser Tage die Gelegenheit zum Bleigießen hatten, haben sich womöglich gerade einmal wieder über das Konzept des Schicksals aufgeregt. Den Lauf des eigenen Lebens oder der Dinge überhaupt als bereits feststehend anzusehen, durch göttliche oder anderweitige Fügung determiniert zu meinen, das kommt einem auf den ersten Blick abwegig vor. Die Handlungen des Einzelnen sind dann egal. Politik ist nicht mehr nötig. Es ist ja eh alles vorher bestimmt; was soll ich mich um etwas sorgen, das eine höhere Macht bereits bestimmt. Offene Textrunde (VI) – Niccolò Machiavelli „Discorsi“ weiterlesen

Offene Textrunde (V) – Gilles Deleuze ‚Postskriptum über die Kontrollgesellschaft‘

Gilles Deleuzes ‚Postskriptum über die Kontrollgesellschaft‘ ist ein faszinierendes und zugleich etwas kryptisch anmutendes Manifest. Das grundlegende Argument des Textes ist, dass wir uns im Übergang von einem alten Gesellschaftstyp in einen neuen befinden. Dieser neue Typ ist die Kontrollgesellschaft mit ihren besonderen Eigenschaften. Der französische Philosoph schrieb den Text im Jahr 1990, viele von den damals angesprochenen Entwicklungen und Fragestellungen scheinen aber erstaunlicherweise erst heute wirklich relevant zu werden. Ich habe den Text auch deshalb für den Lesekreis ausgewählt, weil mir diese Tatsache zumindest ein bisschen erklärungsbedürftig erscheint. Meine erste und vielleicht grundlegende Frage ist also, warum ein 24 Jahre alter Text so klar bestimmte Entwicklungen benennen kann, etwa die Veränderung der Arbeitswelt, den Zerfall der Institutionen oder die Bedeutung des Computers in allen Lebensbereichen? Gerade der sloganartige Schluss des Textes passt unverändert auf die gegenwärtigen Diskussion über das unternehmerische Selbst und die zunehmende Individualisierung. Doch zurück zum Anfang.

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Offene Textrunde (IV) – Henning Schmidgen über Wissenschaft. Das Labor als Archiv und Maschine.

Zwischen unterschiedlichen Forschungsfelder, die im Überblickswerk „Poststrukturalistische Sozialwissenschaften“ dargelegt werden, findet sich auch ein Abhandlung zu Wissenschaft, was zunächst wie eine metatheoretische Abhandlung scheint…

Henning Schmidgen bemüht sich zu Beginn des Aufsatzes um eine Darstellung dessen, was sich wissenschaftsphilosophisch seit zweihundert Jahren entwickelt hat. Er schildert zwei miteinander verwobene Perspektiven: Wissenschaft als Konstruktion von Theorien, basierend auf Beobachtungen; als auch das Ableiten der Wirklichkeit aus solchen Theorien (Schmidgen 2013: 450). Unter Bezug auf Thomas Kuhn und Rudolf Carnap zeichnet er so ein dualistisches Bild zwischen Positivismus und Antipositivismus; Elementarismus und Holismus, etc. – geeint in einer Verbindung von Mikro- und Makroperspektive (Ebd.: 450). Offene Textrunde (IV) – Henning Schmidgen über Wissenschaft. Das Labor als Archiv und Maschine. weiterlesen