AG-Kolloquium in Kassel(fornia)

 

Vom 23. bis 24. Mai fand in nordhessischen Kassel ein Kolloquium der Arbeitsgruppe politische Theorie der DNGPS statt. Sechs AGler_Innen waren zusammengekommen, um ihre Arbeiten vorzustellen, sie zu diskutieren und neue Ideen zu generieren. Aber nicht nur das…

Das Wochenende begann regnerisch als wir uns am Freitagmittag am Campus der Uni Kassel trafen. Nach austesten örtlicher Mensen, begannen wir gegen 15 Uhr mit dem offiziellen Treffen. Eine neue Tagung soll organisiert werden, wozu die AG die Planung übernehmen will. Nach einer revolutionären Stunden voller Themenvorschläge, diskutierten wir über (digitale und analoge) Lesekreise und abschließend die Frage, wer sich zukünftig im Vorstand der Gruppe engagieren möchte. Nach kleiner Pause bei aufgeklartem Himmel, bereiten wir uns jeweils noch etwas auf unsere Vorträge vor. Habermas‘ Diskursethik sollte uns an jenem Abend als erster Vortrag die Frage stellen, wie dieser Wahrheit denkt – vor allem in Abgrenzung zu Chantal Mouffes antagonistischen Politikverständnisses. Wahrhaftig war aber auch der anschließende Besuch bei Ali und Rewe zur Vorbereitung des Abendprogrammes. So schauten wir uns bei Döner, Börek und Bier die Dokumentation „Examined Life“ an, wobei wir u.a. Cornell Wests, Michael Hardts und Slavoj Žižeks Urteilen alltäglichen Lebens lauschten.

Am Samstagmorgen und nach einer kürzeren Nacht im Kasseler AStA komplettierte unsere Frankfurterin die AG. Bei unserem Theoriefrühstück gingen wir Fragen der Gerechtigkeit nach, so der, wie Rawls‘ „Schleier des Nichtwissens“ auszulegen ist und Foucaults Vorstellung von Wissen jenem widerspricht. Mit dem anschließenden Vortrag stellten wir uns der aufkommenden Narrativanalyse, versuchten ihre Aussagekraft einzuschätzen und grenzten sie gegenüber Methoden wie Diskursanalyse oder objektiver Hermeneutik ab. In unserem letzten Vortrag kehrte Chantal Mouffe dann noch einmal zurück. Was kann die Stadtforschung aus ihr lernen, was aber gerade nicht?! Vor allem ihre Konzeptionalisierung von Institutionen trieb uns dabei länger um.

Nach interessanten Diskussionen trafen sich die AGler_innen zum Nachmittag mit andern Mitgliedern der DNGPS. Bei Kaffee und Brötchen entspannen wir in der Mittagssonne, bis wir gegen 14 Uhr zur offiziellen Mitgliederversammlung trafen. Der DNGPS-Vorstand stellte dort seinen Jahresbericht vor, und erläuterte die Änderung in der Satzung. Auch wurden drei neue Vorstandmitglieder gewählt sowie von unserem AG-Treffen berichtet. Am Ende klang das Treffen in ruhigem Beisammensitzen aus.

Nach zwei langen Tagen voller Theorie, Organisation und bestem Wetter, verließen die AGler_Innen das in Sonnenlicht getauchte Kasselfornia und kehrte in ihre Städte zurück – bis zum nächsten Treffen der AG!

Veröffentlicht von

Frederik Metje

Frederik Metje hat in Kassel und Mumbai Politikwissenschaft, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaft studiert, ist Promotionsstipendiat der Hans-Böckler-Stiftung und assoziiertes Mitglied des Fachgebiets Didaktik der Politischen Bildung an der Universität Kassel. Er promoviert zu einer affekttheoretischen Lesart von Grenzerfahrungen und ihrer Relevanz für politische Bildungsprozesse. Sein Interesse gilt Politischer Theorie, poststrukturalistischer Sozialphilosophie, Affekt- und Emotionsforschung, Ansätzen von Kritik und Emanzipation sowie Fragen politischer Bildung. Frederik Metje ist seit 2013 Mitglied der AG Politische Theorie und der DNGPS.

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