Lefort: Die Frage der Demokratie

Der aktuelle Lesekreis der AG Politische Theorie zum Werk von Claude Lefort hat bereits einige Diskussionspunkte und Fragen aufgeworfen. Mit ‚Die Frage der Demokratie’ kommen wir nun zu einem weitaus prägnanteren und darüber hinaus oft zitierten Beitrag des französischen Philosophen. Eingangs möchte ich kurz auf den Methodenaspekt eingehen, der von Stefan bereits in der letzten Diskussion eingebracht wurde. Denn das unablässige Argumentieren Leforts gegen bestimmte Konzepte, welche dann als Negativfolien zur Entwicklung der eigenen Argumentation dienen, kann in diesem Fall zur Strukturierung des Textes herangezogen werden. Dabei zeigt sich eine gewisse Nähe zu den Arbeiten von Chantal Mouffe, die sich wiederum bereits in ihrem Hauptwerk auf Lefort bezogen hatte (Laclau/Mouffe 1991: 231f). Leforts – etwas großspurig klingendes – Anliegen einer „Wiederherstellung der politischen Philosophie“ (Lefort 1990b: 281) verfährt demnach in fünf Schritten, die im folgenden nachvollzogen werden. Lefort: Die Frage der Demokratie weiterlesen

Lefort/Gauchet: „Über die Demokratie: Das Politische und die Instituierung des Gesellschaftlichen“

Der zweite Teil des Lesekreises widmet sich dem Text „Über die Demokratie: Das Politische und die Instituierung des Gesellschaftlichen“ von Lefort/Gauchet (der Text gründet auf Vorlesungen Leforts, die von Gauchet bearbeitet wurden).

Einige Elemente und aufgeworfene Fragen aus dem ersten Beitrag können hier wieder aufgegriffen und vielleicht sogar weiter erhellt werden: Zum einen setzt sich der Autor auch in diesem Text wieder mit marxistischen Ansätzen auseinander, weißt diese zur Analyse der Demokratie von sich (89), verwendet jedoch gleichzeitig Grundbegriffe der Denkschule für seine Analyse. Als weiterer zentraler Punkt der letzten Woche findet sich die Illusion gesellschaftlicher Einheit wieder. Außerdem wird stellenweise auch die Abgrenzung von Demokratie und Totalitarismus erwähnt (104, 111), auch wenn sich das demokratische System klar im Fokus befindet.
Des Weiteren treten neue, teilweise nicht Lefort/Gauchet: „Über die Demokratie: Das Politische und die Instituierung des Gesellschaftlichen“ weiterlesen

Ernesto Laclau gestorben

Am 13. April 2014 ist der Theoretiker Ernesto Laclau im Alter von 78 Jahren in Spanien gestorben. Der post-marxistische Denker, der mit Chantal Mouffe wohl das Gründungswerk der radikalen Demokratietheorie – „Hegemony and Socialist Strategy“ (1985) – geschrieben hat, prägte zahlreiche Begriffe und war sowohl in der akademischen wie breiteren Öffentlichkeit ein wichtiger Intellektueller der politischen Linken.

Im folgenden sind zwei Nachrufe verlinkt sowie ein Interview mit Laclau aus dem Jahr 2008.

taz.de: Gesellschaft als unmögliches Objekt

Versobooks.com: Ernesto Laclau, 1935-2014