Sprachlose Politische Theorie? Nein, oder … naja, irgendwie

Was sagen politische TheoretikerInnen in Deutschland eigentlich zu gegenwärtigen Krisen wie z. B. in Syrien oder dem Ukraine-Konflikt? Nicht viel, oder?! In der Euro(pa)-Krise konnte man sich zumindest auf Jürgen Habermas verlassen, der die politik-theoretische Lanze hoch hielt und sich mit Wolfgang Streeck eine Debatte lieferte (wobei man nicht vergessen darf, dass Habermas ebenso wie Streeck eigentlich Soziologie ist, zudem noch Philosoph und damit die Politische Theorie Habermas nur bedingt für sich reklamieren darf) oder man auch auf Hauke Brunkhorst mit seinem breit diskutierten Buch „Das doppelte Gesicht Europas“ verweisen konnte. Doch ansonsten hält sich die Zunft auffällig zurück. Warum und was sind die Gründe dafür? Sprachlose Politische Theorie? Nein, oder … naja, irgendwie weiterlesen

Paul Virilio über Geschwindigkeit und Politik

Passend zum letzten Beitrag über eine spannende Veranstaltung mit dem Titel Zeitkrise im politischen Raum habe ich mal eine schöne (und garnicht so alte) ARTE-Dokumentation über Paulo Virilio ausgegraben.

Viel Spass beim Schauen!

Zeitkrise im politischen Raum und die verlorene Demokratie

Am vergangenen Dienstag lud die Heinrich-Böll-Stiftung zusammen mit dem Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Vortrag „Auf der Suche nach der verlorenen Demokratie – Die Zeitkrise im politischen Raum“. Referent war der Professor für Allgemeine Soziologie Hartmut Rosa von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der mit seiner zeitdiagnostischen Beschleunigungstheorie auch in überregionalen Medien bekannt wurde. Seiner Beobachtung nach haben wir es mit einer stetig beschleunigenden Moderne zu, in der alles und jeder immer schneller geht bzw. gehen muss (gehen im übertragenen Sinne). Und dieses Beschleunigungsphänomen hat auch (negative) Konsequenzen für unsere vermeintliche Demokratie. Die Frage des Abends lautete: Ist die repräsentative Demokratie zu langsam für die globalisierte Welt mit ihrem rasanten ökonomisch-technischen Fortschreitenden? Nach der These von Rosa hinkt das politische System anderen gesellschaftlichen Systemen zeitlich hinterher, und diese Desynchronisation führe dazu, dass die Demokratie die an sie gerichteten gesellschaftlichen Erwartungen nur noch begrenzt erfüllen kann und die Bürger politisch entfremdet werden. Kurz gesagt: Die Moderne ist die Lokomotive, die die langsame Kröte Demokratie überfährt. Zeitkrise im politischen Raum und die verlorene Demokratie weiterlesen