Die Gattung ‚Gelehrte/r‘ stirbt aus

Kurzer Hinweis auf einen spannenden Artikel im Unispiegel über die modernen Hochschulen und ihren Einfluss die Figur des Professors / der Professorin. Der Autor, selbst Prof. für Kulturwissenschaft, macht ein paar ganz gute Argumente dafür, wie die veränderte Situation an den Hochschulen einen bestimmten Typus von Professor_in behindert, einen anderen begünstigt. Ich finde was er schreibt, trifft eigentlich besonders auf Disziplinen wie die Politische Theorie zu, auch wenn er sich darauf nicht gesondert bezieht. Was meint ihr, ist es in Zeiten von Bologna, Internet und Exzellenz schwerer zum bücherwälzenden Gelehrten zu mutieren?

Den Artikel findet ihr hier: Hochschulkultur: Wie Unis Genialität verhindern.

Ich denke, die Entwicklungen, die der Autor beschreibt, sind auf keinen Fall von der Hand zu weisen. Was mir im Beitrag allerdings ein wenig fehlt, ist eine kritische Perspektive auf genau diese Figur des genialen Gelehrten, der für sich in seinem Kämmerlein arbeitet: Ist das wirklich eine so wünschenswerte Figur in einer Zeit, in der Zugang zu Wissen nicht mehr so exklusiv ist wie früher? Gibt es da nicht andere Perspektiven, in der Wissenschaftler_innen weder Manager sind, noch allwissende Halbgötter? Das muss doch irgendwie gehen.

Video: David Harvey ‚Contradictions of Capital‘

Ein Fundstück für Freunde von David Harvey und solche, die es werden wollen: Die Warwick-Lecture aus dem Februar in brillanter Bild- und Tonqualität. Thema sind die Widersprüche des Kapitals, aber wie es eben so ist, geht’s auch um tausend andere Dinge, die spannend sind und die Welt bewegen.

Das Video gibt es hier, viel Freude beim Widersprüche zählen!

Mehr Infos dazu findet ihr auf dieser Seite.

Pressemitteilung zur Gründung

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Im November 2012 haben sich an der Universität Göttingen neun Studierende aus dem ganzen Bundesgebiet zusammengefunden und die „Arbeitsgruppe Politische Theorie“ innerhalb der Deutschen Nachwuchsgesellschaft für Politik- und Sozialwissenschaft e.V. (DNGPS) ins Leben gerufen. Bereits im Sommer 2011 war der erste Aufruf zur Gründung erfolgt, dem inzwischen über 30 Studierende gefolgt sind.

Die „AG Politische Theorie“ richtet sich an Studierende aus dem ganzen Bundesgebiet: Aktive und Interessierte kommen unter anderem aus Berlin, Bremen, Duisburg, Hamburg, Göttingen, Kassel und Potsdam. Die AG bietet Studierenden die offene und partizipative Möglichkeit, sich abseits vom Unialltag mit Politischer Theorie zu beschäftigen. In Zusammenarbeit mit anderen kann sich jeder und jede für verschiedene Themen engagieren. Geplant sind neben der Organisation klassischer Workshops oder Diskussionen zum Beispiel Lesekreise und Kolloquien zu Abschlussarbeiten.

Zentrale Anlaufstelle für Interessierte an der Arbeit der AG aber auch für Interessierte an Politischer Theorie ist das AG Blog (www.agpolitischetheorie.de). Das Blog soll neben Beiträgen mit Bezug zur Arbeit der AG sowie mit Infos und Terminen zu Politischer Theorie allgemein, auch als Medium für Projekte der AG dienen. Für einen virtuellen Lesekreis zum Werk von Slavoj Žižek läuft zur Zeit die letzte Koordination. Aber auch Ergebnisse der Arbeit innerhalb der AG sollen in Zukunft auf dem Blog veröffentlicht werden.

Weitere Veranstaltungen für 2013 sind in der Planung. So wurde bereits auf dem Gründungstreffen der Wunsch geäußert, sich mit der Methodenfrage in der Theorie zu beschäftigen.Deshalb wollen wir uns bei einem Workshop im März diesen Jahres an der Uni Bremen mit dem häufig geäußerten Vorwurf der Methodenferne der Politischen Theorie auseinandersetzen. Existiert sie wirklich, oder hat die Politische Theorie vielleicht sogar ihre eigenen großen Streitigkeiten, die sich in eine „positivistisch“-geprägte Methodik nur einfach nicht einordnen lassen?

Die AG ist offen für alle Studierenden, die sich einbringen möchten. Weitere Informationen findet ihr auf dem Blog. Seid dabei!